Stiftung Sozialfonds
Essanestrasse 152
LI-9492 Eschen
Tel +423 375 09 09
Fax +423 375 09 10
E-Mail
 
 
Individuelle Lösungen
13.10.2014
Interview mit Walter Fehr - Geschäftsführer des Sozialfonds – in „der monat“ Ausgabe Oktober 2014 zum Thema „Finanzierung sichern, Lebensqualität erhalten“

Walter Fehr, die berufliche Vorsorge ist in unserem Land gesetzlich geregelt. Was können Sie raten, wenn jemand über das gesetzliche Minimum hinaus Vorsorge treffen möchte?


Die berufliche Vorsorge wird zusammen mit dem Arbeitgeber betrieben, wobei der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Beiträge übernehmen muss. Somit kann der einzelne Mitarbeitende nicht für sich selbst entscheiden, ob er über das gesetzliche Minimum hinaus Vorsorge betreiben möchte. Es bedarf für so eine Lösung der Zustimmung des Arbeitgebers. Unabhängig vom Arbeitgeber können zur Verbesserung der Altersleistungen bei den meisten Pensionskassen Einkäufe bzw. Einlagen auf das persönlich geführte Altersvorsorgekonto erbracht werden. Diese Einlagen sind die einzige Möglichkeit ohne Mitwirkung des Arbeitgebers die Altersvorsorge in der Pensionskasse zu verbessern bzw. eine Frühpension zu finanzieren.


Welche Möglichkeiten bietet der Sozialfonds dafür an? Oder muss eine andere Versicherung gewählt werden?


Der Sozialfonds bietet nebst der obligatorischen Vorsorge verschiedene überobligatorische Standardpläne sowie individuelle Lösungen für Betriebe an, welche die Vorsorge für die Mitarbeitenden verbessern wollen. Zudem können wie bereits erwähnt jederzeit Einkäufe bzw. Einlagen auf das persönliche Alterskonto einbezahlt werden. Diese Einlagen sind steuerlich absetzbar und werden im Gegensatz zu einem Sparkonto auf einer Bank massiv höher verzinst.


Wenn eine junge Frau oder ein junger Mann nach der Ausbildung in das Erwerbsleben eintritt, ist die Pensionierung noch in weiter Ferne. Lohnt es sich dennoch, schon am Beginn des Erwerbslebens über die Vorsorge nachzudenken?


Je früher man sich mit der Altersvorsorge auseinandersetzt, um so besser. Spätestens ab dem 40. Altersjahr sollte man sich damit eingehend beschäftigen. Damit bleibt noch genügend Zeit, um mit relativ kleinen Zusatzbeiträgen eine massiv bessere Altersvorsorge zu erreichen. In den letzten fünf Jahren vor der Pensionierung ist es kaum noch möglich, die Altersvorsorge zu verbessern, ohne dass substantielle Geldeinschüsse geleistet werden müssen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass viele Pensionskassen die Einkaufssummen reglementarisch beschränken.


Wenn eine junge Frau ihren Beruf für ein paar Jahre aufgibt, um sich ganz der Kindererziehung zu widmen, muss sie dann ihren Austritt aus dem Sozialfonds geben oder haben Sie eine spezielle Regelung für solche Fälle?


Eine Pensionskasse ist im Grundsatz die betriebliche Altersvorsorge für die Mitarbeitenden. Scheidet jemand aus einem Arbeitsverhältnis längerfristig aus, bedeutet das gleichzeitig auch ein Austritt aus der betrieblichen Vorsorge. Das bis zum Austritt angesparte Altersguthaben (Freizügigkeitsleistung) muss gemäss den gesetzlichen Vorgaben in der Folge auf ein für Vorsorgezwecke gesperrtes Konto bei einer liechtensteinischen Bank oder als Einlage für eine Freizügigkeitspolice bei einem in Liechtenstein zugelassenen Versicherungsunternehmen übertragen werden. Diese Freizügigkeitsleistung wird in der Regel bei der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers übertragen. Der Sozialfonds kann für diesen Fall keine Lösung anbieten.